Jenaplanschule
Was unterscheidet eine Jenaplanschule von einer Regelschule?
Reformpädagogische Konzepte, zu denen auch das Jenaplan-Konzept gehört, gehen mit einem völlig anderen Ansatz an Schule heran. Das Primat hat hier die Erziehung, die Schaffung einer Lebensgemeinschaft, in der sich bei der Problemlösung jeder Schüler individuell entfalten, zugleich aber seinen Beitrag zur Entwicklung in der Gesellschaft leisten kann. Die Zielstellung geht also auf das Finden der für die Schüler relevanten Problemstellungen und das Aufspüren und Praktizieren von Arbeitstechniken zum selbstständigen Wissenserwerb allein oder im Team hinaus. Der Unterrichtsstoff ordnet sich dieser Herangehensweise unter. Nicht der Lehrer sondern der Schüler bestimmt weitgehend den Gegenstand, mit dem er sich auseinandersetzt. Aufgabe des Lehrers ist es, in den Schülern die notwendige Neugier und Motivation zur Beschäftigung mit dem Arbeitsgegenstand zu wecken und ihm Impulse zu geben, wenn er bei seinen Bemühungen ins Stocken gerät. Die wichtigsten Personen in diesem Unterricht sind die Schüler, sie sind die handelnden Personen, der Lehrer tritt in den Hintergrund und nimmt seine Aufgabe als Berater und Animator - also als Pädagoge - wahr.
Regelschulpädagogen befürchten, Schüler, die sich auf diese Weise ihr Wissen erarbeiten, hätten nicht genug Faktenwissen. Tatsache ist jedoch, dass sich der Mensch während seines Arbeitslebens auf lebenslanges Lernen einstellen muss. Um das zu können, muss er über ein sicheres Instrumentarium verfügen, dass ihm gestattet, sich neues Wissen zu erschließen, also die entsprechenden Arbeitstechniken zu beherrschen und nicht ausschließlich Faktenwissen abzurufen.
Die in der Jenaplanschule groß gewordenen Kinder haben deshalb keineswegs weniger Grundkenntnisse als andere Kinder. Sie sind in der Regel von einem hohen Stand des Allgemeinwissens, großer Selbständigkeit und ausgeprägter Teamfähigkeit gekennzeichnet.
Schüler, die eine derartige Schule durchlaufen haben, verfügen über ein breites Spektrum von Wertvorstellungen, die sie für sich als richtig erkannt haben. Schulfrust oder Unlust kennen diese Kinder kaum. Jenaplangruppen vereinigen Hochbegabte, Normalbegabte und Minderbegabte in sich, keiner fühlt sich über- oder unterfordert. Der Umgang miteinander entbehrt der sonst häufig beklagten Aggressivität der Schüler untereinander oder den Pädagogen gegenüber. Die Grundregel: "Im Raume darf nur geschehen, was alle gemeinsam wollen und was das Zusammenleben und die Schularbeit ... aller in diesem Raume gewährleistet" (P. Petersen), sorgt dafür, dass sich alle gerecht behandelt fühlen und der Spaß am Wissenserwerb überwiegt.
Das Jenaplankonzept, auf das wir uns stützen, besteht aus 4 Säulen. Peter Petersen hat diese 4 Säulen mit Gespräch, Spiel, Arbeit und Feier benannt.
Das Gespräch findet zu allen wichtigen, die Gruppe bewegenden Themen statt. Feste Gesprächstermine liegen am Montag im Morgenkreis und an den anderen Wochentagen während der Gruppenarbeit. Sie dienen der Einführung in eine Abschnitts-Thematik, dem Austausch über Beobachtungs- oder Lernergebnisse, der Bewältigung von Konflikten oder der Vermittlung dafür geeigneter Strategien aber natürlich auch, um Dinge, die die Kinder bewegen, besprechen zu können. Die Gesprächskreise sind ein unabdingbarer Bestandteil der Arbeit an der Entwicklung von Wertvorstellungen. Am Ende eines Themenabschnitts sind die Gesprächskreise aber auch dazu geeignet, die Arbeit und die Ergebnisse aus der Sicht des Schülers zu reflektieren und Schlussfolgerungen für die Weiterarbeit zu ziehen. Das Gespräch umfasst dabei nicht nur Gesprächskreise in der ganzen Gruppe sondern auch das Zwiegespräch oder das Gespräch in einer Kleingruppe.
Das Spiel meint die spielerische Auseinandersetzung mit dem Lernstoff (Lernspiele) aber auch das darstellende Spiel, um Wissen anschaulich und interessant zu verdeutlichen. Das Nachstellen von Situationen und das spielerische Ausprobieren von Lösungsvarianten gehören ebenso dazu, wie Gemeinschaftsspiele, die einerseits Achtung vor den Leistungen des Mitschülers, aber auch gemeinschaftliches Handeln befördern.
Die Arbeit steht hier für die Haupttätigkeit des Schülers - das Lernen. Es handelt sich dabei aber nicht um Büffeln im stillen Kämmerlein. Vielmehr kommt es darauf an, dass Erkenntnisse aus Experimenten, Naturbeobachtungen, Herstellen von Modellen usw. abgeleitet werden. Der Schüler ist selbst tätig, das dabei erlangte Wissen ist anwendungsbereit und sicher gefestigt.
Die Feier gehört zu den Höhepunkten des Lebens in einer Jenaplanschule. Da gibt es zuerst die Feiern zu den Geburtstagen einzelner Schüler, die am Nachmittag festlich begangen werden. Traditionsreiche Feiern finden aber auch zum Schulfest anlässlich der Einschulung der neuen Schüler, zum Martinstag, zum Talentefest, zum Weihnachtsfest, zum Schulfasching, zum Frühlingsfest und zur Verabschiedung der Schulabgänger statt.
In den Schulalltag gehört aber auch die Wochenendfeier. Diese kann auf Stammgruppenbasis, in der Gruppenstufe oder für die gesamte Schulgemeinde stattfinden. In diesen Feiern steht die Präsentation der Lernergebnisse der vergangenen Tage oder Wochen auf der Tagesordnung. Die Schüler lernen dabei, sich frei über das neue Wissen zu äußern, es anderen mitzuteilen und dabei den Stolz auf das Erreichte zu genießen. Es fördert ein sicheres und selbstbewusstes Auftreten der Kinder vom ersten Schuljahr an.
Wenn den Kindern das Lernen Spaß macht, brauchen wir uns über Frust und Gewalt an der Schule keine Sorgen zu machen. Hier lernt jeder nach seinen Möglichkeiten, soviel er will und kann.

Jenaplanschule
"Peter Petersen"
Lindenstraße 3 A
18055 Rostock
"Peter Petersen"
Lindenstraße 3 A
18055 Rostock
Telefon:
0381 / 200 75 23
Telefon Hort:
0381 / 200 38 09

Schulleiter:
Martin Plant
Telefon Hort:
Schulleiter:
E-Mail:
schule@jenaplan-rostock.de
Aktuelles
Frühlingsfest
Ein großes Dankeschön an alle fleißigen Helfer
beim Frühlingsfest.
Ein großes Dankeschön an alle fleißigen Helfer
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